Kursprogramm und Blockunterricht waren ausschlaggebend

Dr. Andreas Simka

Dr. Andreas Simka

Dr. Andreas Simka aus Hamburg besuchte das Curriculum Implantologie 2016 des DZOI im Zentrum für Zahn, Mund und Kieferheilkunde (ZMK) sowie in der Anatomie der Universitätsmedizin Göttingen – Ein Erfahrungsbericht

Nächster Termin 09. bis 14. Oktober 2017

Landshut, März 2017. Als Dr. Andreas Simka aus Hamburg sich entschloss, ein Curriculum Implantologie zu absolvieren, ging es erst mal darum, das für ihn Passende aus der Vielfalt der Angebote verschiedener Gesellschaften herauszufiltern. „Letztendlich wurde mir im Gespräch mit einer Kollegin, das Curriculum des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e. V. empfohlen, das sie selbst 2013 besucht hatte“, erinnert sich der Zahnarzt, der im Fachzahnärztlichen Zentrum des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg tätig ist. Im Oktober 2016 nahm er am DZOI-Curriculum in Göttingen teil. Der 33-Jährige ist auf konservierende und prothetische Zahnheilkunde sowie die prothetische Versorgung von Implantaten und Mukogingivalchirurgie spezialisiert und brachte somit einige Erfahrung in die sechstägige Fortbildung mit. Hier sein Erfahrungsbericht:

Ausschlaggebend, mich für das Curriculum des DZOI zu entscheiden, waren neben der Empfehlung meiner Kollegin das für mich schlüssige Kursprogramm und die Möglichkeit, eine solche Fortbildung im Rahmen eines Blockunterrichtes wahrnehmen zu können. Nicht mehrere Wochenenden in der Bundesrepublik rumreisen zu müssen, mit den damit verbundenen zeitlichen und monetären Aspekten, sah ich als immensen Vorteil an. Genauso überzeugend war die Kombination aus theoretischen Grundlagen sowie die Umsetzen dieser am Phantom beziehungsweise an Humanpräparaten. Bedenken hatte ich lediglich bei der Masse an Informationen, die dem Teilnehmer Montag bis Samstag jeweils von 09:00 bis 18:00 Uhr vermittelt werden. Kann da alles Wichtige hängenbleiben? Darauf, ob sich diese Bedenken bestätigt haben, komme ich später nochmal zu sprechen.

Der organisatorische Teil verlief absolut reibungslos und unspektakulär, was sicherlich auch daran lag, dass sich der Kurs zum 20. Mal jährte und damit eine gewisse Routine vorhanden war. Mit ausreichendem Vorlauf erhielt ich das endgültige Kursprogramm sowie eine Materialliste für die praktischen Übungen. Vielen Dank an dieser Stelle an DZOI-Geschäftsstellenleiter Josef Pertl.

Am Montag, den 10.10.2016 startete das Curriculum mit einer Begrüßung durch DZOI-Präsident Dr. Helmut B. Engels, welcher uns ‚zum warm werden‘ einen historischen Abriss der Implantologie lieferte und mit einigen nicht zahnmedizinischen Bildern zum Nachdenken anregte. Die Kursleitung oblag Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Oberarzt der Abteilung MKG-Chirurgie der Universität Göttingen, der durch seine ruhige und souveräne Art die zehnköpfige Truppe direkt für sich einnahm. Die Vorstellung der Kursteilnehmer schloss die Einführung in die Fortbildungsreihe ab und zeigte, dass die implantologischen Erfahrungen von „noch nie gemacht“ bis „einige Jahre Erfahrung“ reichten.

Nach dem Vermitteln der Grundlagen wurde an den folgenden Tagen auf spezielle Bereiche eingegangen mit zum Teil praktischen Übungen. Jede Unterrichtseinheit zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Erfahrungsberichtes sprengen. Daher nehme ich einige wenige heraus, um den Umfang der Themen darzustellen ohne eine Gewichtung in die einzelnen Vorträge legen zu wollen:

Laser
Mit viel Elan stellte Dr. Klaus Lotzkat aus Hannover den vielfältigen Einsatz des Lasers in der Zahnmedizin heraus. Die Handhabung eines solchen Lasers konnten wir im Anschluss an der Schweineleber auch gleich selber testen.

Implantatprothetik
Dr. Stefan Klotz aus Göttingen steckte den Implantatprothetischen Rahmen ab und illustrierte mit vielen Bildern Fälle seiner Praxis. Für mich war dieser Aspekt interessant, da die Implantatprothetik momentan einen Schwerpunkt meiner behandlerischen Tätigkeit darstellt.

Vom Pectoralislappen bis zum Neurocranium
Einen Blick (weit) über den Tellerrand gewährte uns Priv. Doz. Dr. Dr. Arwed Ludwig aus Kassel. Eindrucksvoll verdeutlichte er uns, dass die Implantologie nur ein kleiner, wenn auch wichtiger Teil der Zahnmedizin ist. Der Pectoralislappen oder die Rekonstruktion von Teilen des Neurocraniums zeigten, was medizinisch heutzutage möglich ist.

Implantatsysteme
Dr. Jochen Scopp aus Berlin vermittelte uns in seinem Vortrag verschiedene Implantatsysteme und gab hilfreiche Anregungen für den Behandlungsalltag. Immer mit Blick auf das Motto des DZOI: „Vom Praktiker für den Praktiker“.

Weichgewebsmanagement
Dr. Joachim Hoffmann aus Jena beleuchtete das Thema Weichgewebsmanagement, bereichert mit hochwertigen Videos seiner Behandlungen.

Neben dieser Theorie kamen auch die praktischen Anwendungen nicht zu kurz. Hierzu gehörten Übungen zum Handling des Implantatsystems, Übungen am Phantom zum Erlernen des internen und externen Sinuslifts sowie verschiedener Augmentationsverfahren und nicht zuletzt schließlich die Umsetzung der erprobten Verfahren direkt am Humanpräparat. Eine Live-OP in den Göttinger Praxisräumen von Prof. Dr. Dr. Engelke und Dr. Stefan Möller rundeten die Fortbildung ab und gaben mir die Sicherheit das Gelernte in der Praxis umsetzen zu wollen.

Als Ausblick auf den nächsten Block dieser Fortbildung gibt es über Deutschland verteilt Praxen, bei denen sowohl die einwöchige Hospitation als auch die Supervision erfolgen kann. So wird das Erlernte erneut vertieft und weitere Sichtweisen eröffnet, trägt doch jeder Behandler seine eigene Handschrift.

Die oben genannten Bedenken, ob sich die Menge der Informationen innerhalb eines relativ kurzen Zeitraumes mit langen Unterrichtstagen verarbeiten ließ, zerstreuten sich schon am ersten Tag. Denn die sehr interessant gehaltenen Vorträge, der aufeinander aufbauende Unterrichtsstoff, gelegentliche Pausen und Einheiten mit praktischen Arbeiten zwischen den Vorträgen ließen Lücken in der eigenen Konzentration kaum zu.

Abschließend bleibt zu sagen, dass das Curriculum Implantologie des DZOI meine Erwartungen mehr als erfüllt hat. Die gute Organisation und der kollegiale Umgang der Referenten mit den Teilnehmern der Fortbildung und nicht zuletzt auch die sehr angenehme Atmosphäre unter uns Teilnehmern selbst, lassen mich sehr positiv auf diese Woche zurückblicken. Besonders hervorzuheben ist die sehr kollegiale und freundliche Art von Prof. Dr. Dr. Engelke, der uns durch die gesamte Woche begleitet hat und seine Erfahrungen und Expertise gerne mit uns teilte.

Macht Lust auf mehr

David Streit Bad Neustadt nahm 2015 am Curriculum Implantologie teil.

David Streit Bad Neustadt nahm 2015 am Curriculum Implantologie teil.

Zahnarzt David Streit aus Bad Neustadt besuchte 2015 das Curriculum Implantologie des DZOI im Zentrum für Zahn, Mund und Kieferheilkunde (ZMK) der Universitätsmedizin Göttingen. Sein Fazit nach dem einwöchigen Blockunterricht lautet „Learning by doing“, denn besonders gefallen hat ihm die intensive praktische Umsetzung der Inhalte. Hier der Erfahrungsbericht des 28 Jahre alte Zahnarztes aus Bad Neustadt: Um das Fazit dieser ereignis- und äußerst lehrreichen Woche vorwegzunehmen, möchte ich direkt auf den allseits bekannten Spruch “Learning by doing” zurückgreifen. Denn dieser hervorragend organisierte und ausgewogen konzipierte Kurs schafft es, die Teilnehmer gekonnt an die Materie Implantologie heranzuführen und macht definitiv Lust auf mehr.

18 Referenten für die Spezialdisziplin Implantologie

Natürlich kam auch die Theorie nicht zu kurz und so wurde vor allem in den ersten beiden Tagen die komplette Thematik der zahnärztlichen Spezialdisziplin erläutert. Den Beginn machte am Montagmorgen, nach kurzer Begrüßungsrunde, Prof. Jacobs, Mitbegründer des DZOI und ehrenhafter Professor der Universität Göttingen mit einem historischen Einstieg in die Implantologie. Darauf folgten mehrere Vorträge, wie Physiologie des Knochenaufbaus, Grundprinzipien der Implantatprothetik, Weichgewebsmanagement oder die speziellen Bedingungen an die Befunderhebung für die Versorgung mit Implantaten. Insgesamt 18 Referenten sorgten somit in einer Woche für ein äußerst abwechslungs- und facettenreiches Portfolio an Vorträgen.

Nahttechnik, Laser, Implantat, Augmentation: Üben am Phantom und Präparat

Nachdem alle theoretischen Fragen in den ersten Tagen geklärt wurden, ging es nun an die praktischen Übungen. Sie umfassten das komplette Spektrum der Nahttechnik, Laserzahnheilkunde und natürlich der Implantation inklusive augmentativen Verfahren. Dabei wurde sowohl auf die klassischen Phantomübungen zurückgegriffen, aber auch an Humanpräparaten gearbeitet, um ein realistisches Handling zu erfahren. Erwähnt werden muss vor allem der stetige Bezug zu aktuellen Techniken und Neuerungen in der allgemeinen oralchirurgischen und prothetischen Praxis. So wurde das Thema der schablonengeführten und navigierten Chirurgie, aber auch die minimalinvasiven Techniken mithilfe visueller Hilfsmittel Endoskopie und Mikroskopie umfangreich erläutert.

Live-OP in der oralchirurgischen Praxis

Das Highlight dieser spannenden Woche bildete die Hospitation in der Praxis des Göttinger Oralchirurgen Dr. Steffen Möller, der die Teilnehmer an einer Live-OP mit beidseitiger Implantation und gleichzeitigem Sinuslift teilhaben lies. Auch Dr. Möller ist mit seiner großen Erfahrung im Umgang mit dem Operationsmikroskop ein Vorreiter in der minimalinvasiven Chirurgie und so konnten alle Teilnehmer von seinem Know-how direkt profitieren. Nach diesem kompakten Blockunterricht in Göttingen, hängt es nun an den Teilnehmern, die weiterführend notwendigen Hospitationen und Supervisionen in den Praxen der ausgewiesenen Mentoren zu absolvieren, um anschließend nach Fallberichterstattung von acht selbst versorgten Patientenfällen das Curriculum erfolgreich abzuschließen. Wem dies immer noch nicht genug ist, der kann anschließend nach erfolgreicher Dokumentation von 80 Patientenkasus den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie erlangen. Dies stellt ein sehr reizvolles und realisierbares Vorgehen dar. Zusammengefasst kann man dieses kompakte Curriculum nur empfehlen, um die Grundlagen der zukünftig immer mehr wachsenden Thematik der Implantologie gebündelt zu erfahren und das Therapiespektrum seiner Praxis sinnvoll zu erweitern.

Mit einem Klick auf das pdf öffnet sich der Erfahrungsbericht von David Streit.

Download curriculum_implantologie_2015_-_nachbericht_david_streit.pdf - 282 kB


Fundament für die Implantologie schaffen

2014 nahm Dominika Sliwowska aus Düsseldorf am Curriculum Implantologie des DZOI teil. Sie hat in Polen den amerikanischen Studiengang mit Abschluss “Doctor of Dental Surgery” (DDS) absolviert und arbeitet seit 2010 gemeinsam mit ihrem Vater Dr. Christoph T. Sliwowksi in der Zahnimplantat Klinik Düsseldorf im St. Vinzenz Krankenhaus. Wir haben mit ihr über ihre Motivation gesprochen, sich weiterzubilden und über geeignete Schritte in das Fachgebiet Implantologie tiefer einzusteigen.

Was reizt Sie am Fachbereich Implantologie?

Ich bin sozusagen familiär vorbelastet. Mein Vater leitet eine Zahnimplantat-Klinik, hat Fachbücher zum Thema Implantologie verfasst und ein eigenes Patent für ein Implantat-System entwickelt. Das prägt. Im Studium dann fand ich die chirurgischen Fälle immer am spannendsten. Diesen Teil der Zahnmedizin wollte ich mir erschließen.

Welchen Weg haben Sie gewählt, um die Spezialisierung Implantologie umzusetzen?

Ich habe mich für das Curriculum Implantologie des DZOI entschieden, weil ich mir hier im Blockunterricht innerhalb von sechs Tagen an einer Universität kompakt die Grundlagen erarbeiten konnte. Das ist viel intensiver und zudem weitaus praktischer in meinem Berufsalltag zu integrieren, als zum Beispiel über ein Jahr lang immer wieder an Wochenenden zu Fortbildungskursen reisen zu müssen. Das DZOI-Curriculum hat mir das Fundament für den Fachbereich Implantologie vermittelt. Mit dem abschließend verliehenen Tätigkeitsschwerpunkt, kann ich meine erworbenen Spezialkenntnisse dann nachweisen.

Welchen Stellenwert hat die Implantologie schon heute in Ihrem Praxisalltag?

lch habe das Glück in einer Zahnimplantat-Klinik tätig zu sein, in der naturgemäß die Implantologie im Vordergrund steht. Zu uns kommen Patienten mit oft komplexen Behandlungswünschen. Wir arbeiten mit modernen Verfahren wie 3D-Diagnostik und -Planung, 3D-Schablonen, Knochenaufbau und -züchtung. Somit habe ich jeden Tag die Möglichkeit, Zahn-Implantologie auf hohem Niveau zu erleben.

Was haben Sie bisher als besonders hilfreich wahrgenommen bei Ihrer Ausbildung?

Ich mache so viele Fortbildungen wie möglich. Dazuzulernen und auf dem Laufenden zu bleiben, ist das A und O unseres Berufstandes. Dabei habe ich festgestellt, dass mich vor allem Dozenten vorangebracht haben, die selbst im Praxis-Alltag stehen und täglich Patienten behandeln. Aktuelle Statistiken und neue Erkenntnisse aus der Mikrobiologie sind wichtig. Allerdings haben Tipps und Hinweise von Praktikern mir immer einen besonderen Erkenntnisgewinn gebracht.

Das Curriculum Implantologie des DZOI wird von Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke geleitet. Ihm zur Seite stehen rund ein Dutzend Referenten, die in Vorträgen und praktischen Übungen den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie von diversen Seiten aus beleuchten. Darunter historische Gesichtspunkte inklusive der Entwicklung von Implantatarten und synthetischen Knochenersatzmaterialien, Einblicke in moderne Operationsmethoden mittels Endoskop wie Osteotomien und Augmentationen, Antworten auf die Frage, wie sich Chirurgie und Prothetik im Sinne des Patienten sinnvoll verknüpfen lassen sowie eine Reihe praktischer Kurseinheiten, bei denen sowohl am Humanpräparat als auch an synthetische Modellen Übungen für Implantatinsertion und Knochenaugmentationstechniken möglich sind.

„Vom Praktiker für den Praktiker ist Programm“

Teilnehmer des Curriculums Implantologie 2013

Teilnehmer des Curriculums Implantologie 2013

Im September fand wieder der Blockunterricht des diesjährigen Curriculums Implantologie des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e. V. (DZOI) an der Universitätsmedizin in Göttingen statt. Boris Reimers (38) war dabei. Vor zwei Jahren hat der Zahnarzt auf dem Land im süddeutschen Bad Staffelstein eine eigene Praxis gegründet. Schnell war auf-grund der Nachfrage zu erkennen, dass Implantate heute zur Standard-Versorgung gehören. Seither besuchte der Praxisinhaber diverse Fortbildungen und sagt über das Curriculum Implantolgie des DZOI: „Ich persönlich hatte den Eindruck, dass ‚vom Praktiker für den Praktiker‘ hier tatsächlich Programm ist.“

Geleitet wird das DZOI-Curriculum von Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Oberarzt der Abteilung MKG-Chirurgie der Universität Göttingen. Ihm zur Seite stehen bis zu 15 Referenten, die in Vorträgen und praktischen Übungen den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie von diversen Seiten aus beleuchten. Darunter historische Gesichtspunkte inklusive der Entwicklung von Implantatarten und synthetischen Knochenersatzmaterialien, Einblicke in moderne Operationsmethoden mittels Endoskop wie Osteotomien und Augmentationen, Antworten auf die Frage, wie sich Chirurgie und Prothetik im Sinne des Patienten sinnvoll verknüpfen lassen sowie eine Reihe praktischer Kurseinheiten, bei denen sowohl am Humanpräparat als auch an synthetische Modellen Übungen für Implantatinsertion und Knochenaugmentationstechniken möglich sind.

Wie ZA Boris Reimers in seinem Fazit formulierte, hätte er den einwöchigen Blockunterricht in Göttingen dazu genutzt, um seine Vorgehensweisen grundlegend zu überdenken: „Dabei konnte ich vorher Erlerntes positiv modifizieren. Ich denke, dass es unerheblich ist, ob die Teilnehmer mit dem Curriculum in die Materie Implantologie einsteigen wollen oder schon fortgeschritten sind. Die DZOI-Fortbildung bietet für beide Zielgruppen die Möglichkeit, Berührungsängste mit der Materie zu verringern, Erfahrungen zu erweitern und forensisch eine Grundlage für künftige Fälle zu schaffen. Und dies im Hinblick auf den jeweils eigenen ‚Wunschpatienten‘.“

Das kommende Curriculum Implantologie des DZOI an der Universitätsmedizin Göttingen in Form des einwöchigen Blockunterrichts findet statt vom 6. bis 11. Oktober 2014.

Mit einem Klick auf das pdf können Sie den gesamten Erfahrungsbericht von ZA Boris Reimers lesen.

Download dzoi_curriculumimplantologie2013nachberichtzabreimers.pdf - 32 kB


„Besonders imponiert haben mir die direkten Sinusbodenelevationen mit Augmentation und anschließenden Implantatinsertionen“

Willkommen in Temuco!

Willkommen in Temuco!

Dr. Ingolf Kreuter aus Hamburg reiste mit dem DZOI nach Chile und nahm an einem fünftägigen Intensivkurs zu theoretischen und praktischen Aspekten der Zahn-Implantologie teil.

Dr. Ingolf Kreuter in Chile.

Dr. Ingolf Kreuter in Chile.

Das Angebot des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e. V. (DZOI) in Kooperation mit der Universidad de la Frontera (UFRO) in Temuco beinhaltete neben einem Grundkurs der oralen Implantologie ein klinisches Praktikum mit Augmentationstechniken sowie Flapless Oral Surgery mit endoskopischen Verfahren.

Eine intensive Weiterbildung.

Eine intensive Weiterbildung.

Der Zahnmediziner aus Hamburg war ebenso begeistert über die Qualität der Fortbildung wie über Land und Leute. „Besonders imponiert haben mir die direkten Sinusbodenelevationen mit Augmentation und anschließenden Implantatinsertionen“ schreibt er in seinem Erfahrungsbericht. „Vom 11. bis zum 15. März standen allein 13 Implantatinsertionen mit und ohne Augmentation auf dem Wochenplan. Zu meiner Begeisterung konnte ich dadurch in dieser Zeit unter Supervision allein viermal operieren und siebenmal assistieren.“

Besondere Naturerlebnisse.

Besondere Naturerlebnisse.

Ausflüge und Treffen mit Einheimischen rundeten das Programm ab: „Die Fahrt und eine Wanderung durch den Nationalpark bleiben unvergessen. Die Natur ist atemberaubend. Die zahlreichen großen Araukarien, die durch Erdbeben und Eruptionen entstandenen glasklaren Seen und die langgezogenen Lavafelder des aktiven, majestätisch thronenden Vulkans sind einmalig.”

Gesellige Momente.

Gesellige Momente.

“Als Höhepunkt durften wir in geselliger Runde bei einer Mapuche-Familie zu Mittag essen und typisch chilenische Gerichte wie die Cazuela, einen Gemüseintopf, und natürlich chilenischen Wein genießen.“

Mit einem Klick auf das pdf können Sie den gesamten Chile-Erfahrungsbericht von Dr. Kreuter lesen.

Download erfahrungsbericht_intensivkurs_chile_dr._i._kreuter.pdf - 190 kB


Kompakte, intensive Schulung in kleiner Gruppe: Curriculum Implantologie des DZOI erfüllt hohe Erwartungen

Dr. Thomas Meißner nahm am Curriculum Implantologie im September 2012 teil.

Dr. Thomas Meißner nahm am Curriculum Implantologie im September 2012 teil.

Vom 24. bis 29. September 2012 fand der Blockunterricht des diesjährigen Curriculums Implantologie des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e. V. (DZOI) an der Georg-August-Universität in Göttingen statt. Auch als Einstieg in die Masterausbildung eignet sich die Lehrveranstaltung. Dr. Thomas Meißner aus Berlin nahm daran teil und hat seine Eindrücke in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst.

Der Prolog
Ich – 35 Jahre jung – angestellter Zahnarzt in einer größeren Berliner Zahnarztpraxis mit implantologischem Tätigkeitsschwerpunkt, habe am diesjährigen, einwöchigen Implantologie-Curriculum des DZOI an der Universität Göttingen teilgenommen. Damit Kollegen, die selbst vor der Entscheidung stehen, eine implantologische Weiterbildung zu besuchen, sich ein genaueres Bild hiervon machen können, schildere ich im Folgenden meine Beweggründe und Eindrücke.

Das Curriculum
Ausschlaggebend für mich, dieses Implantologie-Curriculum zu wählen, war der enorme zeitliche Vorteil im Vergleich zu Kursen anderer Verbände. Das Lern-Modul, welches die nötigen theoretischen und praktischen Grundlagen des Implantierens enthält, war mit seinen sechs aufeinander folgenden Kurstagen an der Universität Göttingen für mich sehr gut zu terminieren. Es wird alles aus einer Hand gelehrt (keine widersprüchlichen Empfehlungen der Referenten), d. h. eine etablierte Lehrmeinung vermittelt. Außerdem entfällt durch den Blockunterricht viel unnötige Fahrerei. Die Tatsache, dass der Kurs auf eine kleine Teilnehmerzahl begrenzt war, machte eine intensive, individuell abgestimmte Schulung möglich. Auch die anschließenden freiwählbaren Hospitationstage, schienen für mich ein schlüssiges Konzept zu ergeben.

Am Montag, den 24. September, war es nun soweit und Josef Pertl, Leiter der DZOI-Geschäftsstelle, empfing die wissbegierigen Teilnehmer im Universitätsklinikum Göttingen. Es war ein bunt gewürfelter Haufen von jung bis mittelalt, vom implantologischen Neuling bis hin zum Oralchirurgen. Für die älteren und erfahreneren Kollegen, die teils seit Jahrzehnten schon implantieren, stand der forensische Aspekt eines Curriculums im Vordergrund. So scheint bei gerichtlichen Auseinandersetzungen der Nachweis eines solchen Kurses immer wichtiger zu werden.

Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Oberarzt der Abteilung MKG-Chirurgie der Universität Göttingen, dem die Leitung und Organisation des Kurses oblag, hatte somit keine leichte Aufgabe. Denn jeder Teilnehmer brachte andere Voraussetzungen und somit differierende Erwartungen an den Kurs mit. Doch durch die straffe Kurszusammenstellung, kurze Wege und ein gutes Zeitmanagement, konnten wir alle ein sehr großes Spektrum an Stoff durchnehmen. Bei 15 Referenten und circa 30 Vorträgen bzw. praktischen Übungen war dies sicherlich nicht verwunderlich, so dass auch die schon etwas erfahreneren Kollegen noch viel profitieren konnten. Trotz alledem war aber noch genügend Zeit, um auf die zahlreichen Fragen der einzelnen Teilnehmer einzugehen, die meist zu aufschlussreichen Diskussionen führten. Prof. Engelke war dabei nicht nur Organisator, sondern auch selbst Referent zahlreicher Vorträge. Mir persönlich haben seine Berichte, der von ihm selbst durchgeführten Operationen mittels Endoskops (Osteotomien, Augmentationen), besonders imponiert.

Sämtliche Vorträge hier inhaltlich zusammen zu fassen, würde allerdings den Rahmen sprengen, sodass ich hier stellvertretend einen kurzen Überblick gebe:

Die Grundlagen
Den Anfang machte Prof. Dr. Dr. h. c. Hans-Georg Jacobs mit einem historischen Überblick zur Entwicklung der verschiedenen Implantatarten sowie der Weiterentwicklung der synthetischen Knochenersatzmaterialien. In einem Vortrag von Prof. Dr. Dr. Günter Wiese („Der Osteoblasten-Flüsterer“) wurde sehr detailliert und auf hohem wissenschaftlichen Niveau die Knochenphysiologie erläutert, wodurch auch Zusammenhänge mit allgemeinmedizinischen Erkrankungen wie Osteoporose oder Bisphosphonat induzierter Kiefernekrose (ONJ) besser verständlich wurden.

Die Praktiker
Dr. Stefan Klotz („Der Brückenbauer“) schaffte es gekonnt mit seiner jungen dynamischen Art, die Kluft zwischen Chirurgie und Prothetik zu überbrücken: Um ein erfolgreicher Implantologe zu werden, sollte man die Person des Chirurgen, der ein Implantat entsprechend des vorhandenen Knochenangebots setzt, und die Person des Prothetikers, der eine ästhetisch ansprechende Versorgung darauf zu gestalten hat, in sich vereinen. P. D. Dr. Dr. Arwed Ludwig („Der Augmentator“) zeigte die Möglichkeiten der modernen MKG-Chirurgie, um Patienten mit ausgedehnten Traumata (Le-Fort I-∞) bzw. Zuständen nach Tumorresektionen zu rehabilitieren. Riesige Augmentationen mit Knochenblöcken aus unterschiedlichster Spenderregion kommen hier zum Einsatz. Auch wenn ich selbst nie diese Operationen durchführen werde, war es ein höchst interessanter Blick über den Tellerrand.

Die Umsetzung
Vervollständigend und gleichermaßen auflockernd neben den Vorträgen waren die praktischen Kurseinheiten, die dann überwiegend nachmittags stattfanden und ebenfalls von Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke betreut wurden. So bestand durch die guten Beziehungen zur anatomischen Fakultät die Möglichkeit, Implantate am Humanpräparat zu setzen. Ich sehe hierin gegenüber den tierischen Präparaten den Vorteil, dass wir es mit realen anatomischen Gegebenheiten zu tun hatten und uns dadurch noch besser für die erste eigene Implantation am Patienten vorbereiten konnten. Darüber hinaus standen synthetische Modelle mit unterschiedlichem Detailgrad zur Übung der Implantatinsertion zur Verfügung. Auch hier konnten diverse Knochenaugmentationstechniken, wie z. B. die Umkehrplastik, die Entnahme eines autologen Knochentransplantats, des Bonesplittings und der interne und externe Sinuslifts geübt werden. Ermöglicht hat dies unter anderem die Firma Dentaurum, die uns mit allem, was für das Operieren benötigt wurde, ausgestattet hat: darunter diverse Implantatgrößen, Osteotome, Meißel, Osteosyntheseschrauben, Meshgitter, synthetisches Knochenersatzmaterial usw. Die ursprüngliche Materialliste an mitzubringenden Instrumenten war dadurch hinfällig geworden. Bedanken möchte ich mich bei den beiden sehr hilfsbereiten Mitarbeitern Jochen Talmon und Kerstin Illgen, die eine angenehm zurückhaltende Art hatten.

Abschließend kann ich sagen, dass dieses Curriculum meine Erwartungen bestens erfüllt hat. Ich fühle mich nun mit diesem Background in der Lage, meine erste Implantation sicher eigenständig durchzuführen.

Curriculum Implantologie des DZOI an der Universität Göttingen Termine 2013:
08. bis 13. April 2013
23. bis 28. September 2013

Infos und Anmeldung:
Deutsches Zentrum für orale Implantologie e. V.
0871 – 66 00 934, office@dzoi.de
www.dzoi.de

Erfahrungsbericht Chile: 3 Kursangebote in 12 Tagen

Portrait der Autorin Dr. Kathrin Mielke

Die Natur Chiles ist atemberaubend. Bei einem Wochenendausflug besuchten die Fortbildungsteilnehmer den Nationalpark Conguillio.

Das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen, hat einen hohen Stellenwert bei den DZOI-Fortbildungen. Dies galt auch für den Kurs in Chile.

Im März 2011 führte das Deutsche Zentrum für orale Implantologie e. V. (DZOI) eine zwölftägige Fortbildungsveranstaltung in Chile durch. Auch Dr. Kathrin Mielke aus Rostock nahm an der Veranstaltung teil und reiste nach Temuco in das neu eingerichtete Zentrum für minimalinvasive Chirurgie der Zahnklinik der Universidad de la Frontera (UFRO). Was die Zahnärztin erlebte, hat sie in einem Erfahrungsbericht zusammengefasst:

Vom 14. bis 24.03.2011 war ich in Chile, um an einer dreiteiligen Fortbildungsveranstaltung des DZOI über Implantologie mit internationalen Spezialisten teilzunehmen. Der erste Teil beinhaltete die Basisimplantologie, die Hospitationen und Supervision im Rahmen des DZOI Curriculums Implantologie. Im zweiten Teil stand die Augmentationschirurgie im Vordergrund, wie Sinusbodenaugmentation, Kammverbreiterung und lokaler Knochentransfer. Und im dritten Teil ging es um die Grundlagen der Flapless Surgery mit endoskopischer Unterstützung. Die Fortbildung wurde organisiert in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke, Universität Göttingen, der Universidad de la Frontera Temuco namentlich Prof. Dr. Ramon Fuentes und Dr. Victor Beltran sowie dem Leiter der Privatklinik Clinica Dens Dr. Jose Manuel Abarca.

Der erste Kursteil begann mit einer herzlichen Begrüßung und Vorstellung der Dozenten in internationaler Atmosphäre auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Dann folgte ein Vortrag über die Grundlagen der Implantatinsertion und Vorstellung des Implantatsystems Tiologic von Dentaurum Implants. Um ein „Gefühl“ für das Implantatsystem zu erhalten, wurden dann Implantate am Phantom gesetzt. Anschließend wurden die Patientenfälle für den ersten Kursteil von Dr. J. M. Abarca vorgestellt und ausführlich besprochen. Die Patientenunterlagen waren sehr sorgfältig und ausführlich vorbereitet, so dass keine Fragen offen blieben.

Die erste Operation mit Implantatinsertion wurde dann von Prof. Dr. Dr. Engelke in der Clinica Dens durchgeführt, um zu zeigen wie das theoretische Wissen in die Praxis umgesetzt wird und um noch einmal die Arbeitsweise des Tiologic-Implantatsystems zu erläutern. Danach wurde die erste Supervisionsoperation (unbezahnter UK, 33,43 Impantatinsertion) unter Prof. Dr. Dr. Engelke von mir durchgeführt, wobei ein weiterer Kursteilnehmer assistierte. Vom 15. Bis 17.03.2011 operierten wir im Zweier-Team sieben Patienten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden: Einzelzahnimplantate, Schaltlücken, Freiendsituationen und unbezahnter UK in der UFRO oder Clinica Dens. Die Supervision erfolgte abwechselnd durch Prof. Dr. Dr. Engelke, Dr. Abarca und Prof. Dr. Fuentes auf Deutsch und Englisch. Dadurch lernten wir unterschiedliche Ansätze der Operationstechniken kennen und führten sehr interessante Diskussionen zu praxisrelevanten Themen. Nach jeder Operation erfolgte ein kollegialer Austausch zum aktuellen Patientenfall, zu Risiken und Komplikationen.

Am Ende der Woche trafen wir uns zu einem deutsch-chilenischen Abend, der sehr nett war: Mit viel Spaß und bei ausgelassener Stimmung, plauderten wir einmal über Privates. Nach der ersten spannenden, interessanten und erfolgreichen Woche hatten wir das Glück über das Wochenende den Nationalpark Conguillio besuchen zu können. Prof. Dr. Dr. Engelke hatte einen Ausflug mit deutscher Reiseleitung organisiert. Der Nationalpark liegt in den Anden, höchster Punkt ist der aktive Vulkan Llaima. Es gibt mehre Gebirgsseen und zahlreiche große Araukarien. Die Schönheit der Natur war für mich ein faszinierendes und unvergessliches Erlebnis.

Nach dieser Erholung in den Anden konnten wir uns nun dem zweiten Teil der Fortbildung widmen. In der Clinica Dens hörten wir verschiede Vorträge zur Augmentationschirurgie von Prof. Dr. Dr. Engelke, Dr. Abarca und Dr. Beltran: Sinusbodenaugmentation, Osseointegration, horizontale und vertikale Kammverbreiterung, Augmentationstechniken, Osteoplastiken und Flapless-Technik. Die Operationen des zweiten Kurses beinhalteten, indirekten Sinuslift, Sinusbodenaugmentation mit Stützschraube, Sinusbodenaugmentation mit Implantation, horizontale Augmentation mit Stützschrauben-Tunneltechnik, vertikale Augmentation-Tunneltechnik, Umkehrplastik, vertikale Kammverbreiterung mit Crest Control und Implantation. Sie wurden wieder in Zweier-Teams unter Supervision zum größten Teil in der UFRO durchgeführt.

Schon während des zweiten Kursteils wurden die Operationen mit endoskopischer Unterstützung durch Prof. Dr. Dr. Engelke (Spezialist für orale Endoskopie) durchgeführt. So ergab sich ein fließender Übergang zum dritten Kursteil, indem uns die Grundlagen und Methoden der Odontoskopie näher gebracht wurden. Es ist beeindruckend zu sehen, welche zusätzlichen Informationen während der Operation bezüglich Weichgewebs-und Knochenstruktur durch das Endoskop gewonnen werden können. Es wurden verschiedene Operationen in Flapless-Operationstechnik (minimal-invasiv ohne Lappenbildung) durchgeführt: Entfernung palatinal verlagerter Eckzahn, Entfernung verlagerter Weisheitszähne, Augmentation in Tunneltechnik.

Nach zwei sehr beeindruckenden, interessanten Wochen in Chile habe ich schweren Herzens den Rückflug angetreten. Für mich hätte es noch einen vierten Kursteil geben können. Die gesamte Fortbildung war sehr gut organisiert und strukturiert. Es wurde in freundschaftlicher und respektvoller Atmosphäre zusammen gearbeitet. Die Schwerpunkte der Fortbildung waren praxisnah und praxisrelevant gewählt worden, so dass sie in der eigenen Praxis gut umzusetzen sind. Durch die internationalen Dozenten bekam man einen umfassenden, aktuellen Stand in die Implantologie.
Mein Dank gilt besonders Prof. Dr. Dr. W. Engelke, Dr. J. M. Abarca, Prof. Dr. R. Fuentes, Dr. V. Beltran, sowie allen Mitarbeitern der UFRO und der Clinica Dens sowie – nicht zu vergessen – den Schwestern Paulina und Mariana der UFRO.

Die nächste Gelegenheit für eine Fortbildung beim DZOI ist das 13. Curriculum Implantologie vom 09. bis 14. Mai 2011 in der Abteilung Zahnärztliche Chirurgie an der Universität Göttingen statt. Die Weiterbildung kompakt und zügig als Blockunterricht wird von den Teilnehmern sehr geschätzt. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke. Auf dem Lehrplan stehen die biologischen Grundlagen der Behandlung mit Implantaten, ein Überblick über die heute verwendeten Implantatsysteme, bewährte Behandlungskonzepte sowie Fälle aus den verschiedenen Indikationsklassen der Implantologie. Zu den Höhepunkten der stark auf praktische Übungen setzenden Fortbildungsveranstaltung gehören u. a. Flapless Implantology und 3-D-Planung. Dank der minimal-invasiven Methode können im Zusammenspiel mit einer dreidimensionalen Planung optimale Ergebnisse in der Zahn-Implantologie erzielt werden.

Informationen und Anmeldeformulare unter www.dzoi.de

Erfahrungsbericht Dr. Mielke

Download chile-bericht_dr__k__mielke_4-2011.pdf - 203 kB


Erfahrungsbericht von ZA Klaus Moßhammer, MSc

Eine Woche Blockunterricht im Rahmen des Curriculum Implantologie des DZOI an der Georg-August-Universität Göttingen

Ein Erfahrungsbericht von
ZA Klaus Moßhammer, MSc

Im Folgenden möchte ich meine persönlichen Eindrücke über die einwöchige Fortbildung im Fachbereich zahnärztliche Implantologie des DZOI an der Universität Göttingen schildern. Das Angebot an Weiterbildungskursen für Zahnärzte ist riesig und eigentlich unüberschaubar geworden. Ein hoher Preis, lange Kursserien sind kein Garant für eine gute Qualität. Manche Kollegin oder Kollege, mich eingeschlossen, haben da sicher schon böse Überraschungen erlebt. Zweieinhalb Jahre quer durch Deutschland fahren, 1100 km an einem Wochenende, die Kosten für Praxisausfall und Unterkunft, das wollte ich meiner Frau und mir selbst nicht noch einmal zumuten. Den Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie wollte ich trotzdem erlangen. Das Angebot des DZOI mit einem einwöchigen Blockunterricht und anschließend frei wählbaren Hospitationen kam mir daher sehr entgegen.
Für den Veranstalter eines Curriculums zur Erlangung eines Tätigkeitsschwerpunktes besteht immer das Problem, dass die Teilnehmer doch sehr unterschiedliche Vorkenntnisse mitbringen. So hatten die meisten Kolleginnen und Kollegen noch keinerlei eigene Erfahrungen in Implantatchirurgie auf der anderen Seite waren Kursteilnehmer, welche mehrere Jahre bzw. seit 12 (!) Jahren erfolgreich Implantationen durchführen. Es muss demnach absolutes Basiswissen der Implantologie vermittelt und trotzdem ein Bogen zu fortgeschrittenen Operationsverfahren und neuesten Entwicklungen gespannt werden. Diesen Anspruch hat das DZOI wirklich hervorragend erfüllt. Die Begrenzung auf eine kleine Teilnehmerzahl tat ein Übriges um eine intensive individuell abgestimmte Schulung zu ermöglichen. Mag das für den Veranstalter wirtschaftlich nicht so lukrativ sein, für den einzelnen Teilnehmer ist es nur von Vorteil und man darf hoffen, dass das DZOI diese Philosophie beibehält.

Doch nun zu den einzelnen Vorträgen und praktischen Kursen. Leitung und Organisation der Kurswoche oblag Herrn Prof. Dr. Engelke von der Universität Göttingen. Man hatte von Anfang an das Gefühl der Mann will unbedingt, dass wir aus dieser Woche möglichst viel mit nach Hause nehmen und für eine selbstständig durchgeführte Implantation bereit sind. Durch seine straffe Organisation, kurze Wege und ein gutes Zeitmanagement konnten wir alle in dieser Woche enorm viel Stoff durchnehmen und üben, was ich in diesem Umfang nicht erwartet hätte. Die Konzentration der organisatorischen Aufgaben in einer Hand ermöglicht eine sehr gute inhaltliche Abstimmung der einzelnen Vorträge aufeinander, wodurch es zu keinen unnötigen Wiederholungen und Überschneidungen kam, bei 20 Referenten, über 30 Vorträgen und praktischen Übungen eine reife Leistung. Sämtliche Vorträge hier inhaltlich zusammenzufassen würde den Rahmen sprengen. Wichtig erscheint mir jedoch, dass auch ein implantologisch vollkommen unerfahrener Behandler alle wichtigen Inhalte der zahnärztlichen Implantologie verständlich vermittelt bekommt: Osseointegration, Geschichte, Hygiene, Prothetische Konzepte, Zahntechnik, Augmentationstechniken, Flapless-Technik, Röntgendiagnostik, 3-D Röntgenunterstützte Implantation, Notfallmedizin, Marketing, etc. Gut gefallen hat mir die offene Darstellung in allen Vorträgen, welche Erfolgsraten habe ich, welche Fehler wurden gemacht und wie kann ich diese minimieren. Auch für jemanden, der schon viele Jahre implantiert, waren da immer noch eine Menge guter Tipps und Verbesserungsvorschläge. Ohne die Qualität der anderen Vorträge zu relativieren möchte ich auf ein paar Präsentationen näher eingehen. Als absolutes Highlight empfand ich die Präsentation von Prof. Choi aus Korea. Er treibt die Flapless Operationstechnik wirklich auf die Spitze indem er selbst grössere Augmentation nur in Tunnelierungstechnik durchführt, oder den lateralen Sinuslift extrem minimalinvasiv gestaltet. Daraus ergibt sich für den Patienten ein viel geringeres Operationstrauma mit entsprechend schnellerer Abheilung. Für einen Anfänger war dies vielleicht etwas sophisticated, manch erfahrener Operateur dürfte sich aber durchaus überlegt haben, ob er seine bisherigen Operationstechniken nicht grundlegend überdenken und ändern sollte.
Einen ganz anderen Weg den OP-situs möglichst klein zu gestalten präsentierte Dr. Christian Hoch mit seinen Vortrag über die abgewinkelten Implantate von Southern Implants, überraschend wie sich manche Knochenaugmentation dadurch einfach umgehen lässt. Beeindruckt haben mich auch besonders die schönen Operationsergebnisse von Dr. Hahn mit seinem sehr guten Vortrag über Weichgewebsmanagement und von Dr. Hoffmann über Augmentationsverfahren. Aber wie gesagt, die anderen Vorträge waren ebenfalls alle up-to-date und von durchweg sehr guter Qualität.
Die praktischen Kurse wurden alle von Prof. Engelke betreut und hier machten sich besonders die seine guten Beziehungen zur anatomischen Fakultät für die Kursteilnehmer bezahlt. Die Übungen am echten menschlichen Schädel sind einfach viel besser als jeder Kurs an tierischen Präparaten. Die Teilnehmer konnten sämtliche OP-Techniken üben: Bonesplitting, lateraler Sinuslift, Knochenblock, etc. Vorher wurde uns in der Anatomischen Vorlesung mal wieder vor Augen geführt wie viel wir aus unserer Studienzeit schon vergessen hatten. Wiederholen konnten wir das ganze dann nochmals an Knochenimitaten, wobei wir ständig von den Mitarbeitern der Firma Tiologic betreut und mit Materialien versorgt wurden: Implantate, Meshgitter, Knochenschrauben, Osteome, Meisel etc. Herr Lehmann und Frau Jank waren immer zur Stelle und sehr hilfsbereit. Am vorletzten Tag nahmen wir alle noch an einer Live-OP von Prof. Engelke in der Praxis von Dr. Möller teil.

Was sollte so eine Fortbildungswoche leisten?
Nun jede Kollegin und Kollege sollte sich danach in der Lage fühlen sicher eine, möglicherweise ihre/seine erste, Implantation durchzuführen. Eineinhalb Wochen nach der Kurswoche rief mich einer der Kursteilnehmer an er habe nun seine ersten vier Implantate erfolgreich gesetzt. Auf diesem Wege nochmals herzliche Glückwünsche an Dich Stefan!

Ach ja! Noch Vielen Dank an Frau Engelke und Frau Wildhagen für die charmante Betreuung und das leckere Catering!

Erfahrungsbericht von Matthias Faber

E-Learning inklusive: Akademischer Blockunterricht beim Curriculum Implantologie des DZOI

Matthias Faber aus Hamburg besuchte das 11. DZOI-Curriculum Implantologie in Göttingen – Thema „Flapless Surgery“ elektrisierte die Teilnehmer – Ein Erfahrungsbericht

Das 11. Curriculum Implantologie des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e. V. (DZOI) startete im April 2010. Der akademische Blockunterricht an der Georg-August-Universität Göttingen fand vom 26.04. bis 02.05.2010 statt. Unter dem bewährten Motto „Vom Praktiker für den Praktiker“ wurde dafür gesorgt, dass die Fortbildung praxisnah und praktikabel blieb. Matthias Faber, Zahnarzt aus Hamburg, war dabei. Sein Fazit: „Diese Veranstaltung hat sich nicht nur gelohnt, sondern jeder der nicht teil-nimmt hat etwas verpasst…“. Das nächste Curriculum Implantologie des DZOI findet statt vom 27. September bis 03. Oktober 2010 an der Universität Göttingen. Anmeldungen sind über www.dzoi.de möglich. Folgend der Erfahrungsbericht von Matthias Faber:

Eine Woche geballter implantologischer Unterricht stand uns bevor: Sieben Tage Theorie und Praxis rund um die neuesten Entwicklungen, chirurgisches Basiswissen und den einen oder anderen Exkurs in angrenzende Fachgebiete. Mit gemischten Gefühlen ging ich in die Woche. Sollten meine Erwartungen erfüllt werden? Oder würde ich nach sieben Tagen nonstop „Beschallung“ an akuter „Reizüberflutung“ leiden?

Montagmorgen ging es los. Alle zehn Teilnehmer fanden sich in der alten Bibliothek der Universität Göttingen ein. Eine überschaubare Gruppe, mit optimalem Lerneffekt. Nach Begrüßung durch den DZOI-Präsidenten Dr. Kurt Strauß und den Curriculums-Leiter Prof. Dr. Dr. Wilfried Engelke hörten wir den ersten Vortrag über Osseointegration und Grundlagen der Implantologie. Den Vormittag über lernten wir viel über die Geschichte der Implantologie und das Marketing von implantologischen Leistungen. Dann ging es auch schon an das Praktische, was von allen Teilnehmern sehr begrüßt wurde. Nach ein kurzen Vorstellung des Implantatsystems TioLogic® durch die Firma Dentaurum, setzten wir die ersten Implantate am Phantom. Auch die ers-ten Umkehrplastiken am Unterkiefer wurden theoretisch besprochen und praktisch umgesetzt. Die ausgeführten Implantationen konnten dann röntgenologisch begutachtet und besprochen werden. Der erste Tag wurde abgeschlossen mit einem gemütlichen „come together“ aller Teilnehmer.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen der Prothetik. Das schönste Implantat ist un-nütz, wenn der prothetische Aufbau unbefriedigend ist. Die verschiedenen Bezahnungsklassen und Behandlungsplanungen wurden aus prothetischer Sicht besprochen und diskutiert. Hier wurde klar, wie wichtig es ist, die Behandlung als Ganzes zu planen und von vornherein die Prothetik mit einzubeziehen. Prof. Engelke stellte das an der Universität Göttingen entwickelte Implantatplanungsprogramm „IMPLAN“ vor. Jeder Teilnehmer konnte eine Version auf seinen Laptop spielen. Mit dieser Software ist die zahnbezogene Einteilung des Kieferknochens beim vertical Bonemapping nach der ASCI-Klassifikation möglich. Im Rahmen des E-Learnings vertief-ten wir das Wissen anhand einiger Fallbeispiele, die in der Datenbank des Programms hinterlegt sind.

Am Mittwoch wurde es dann wieder ganz praktisch. Nach Vorträgen am Vormittag über Implantatsysteme, Beckenkammtransplantate und Osteoplastiken sollte am Humanpräparat implantiert und endoskopiert werden. Prof. Dr. Dr. Michael Schultz gab uns eine kleine Auffrischung der Anatomie im Kopfbereich. Anschließend konnten wir uns an den Präparaten orientieren. Neben verschiedenen Implantationen konnten auch endoskopische Übungen durchgeführt werden. Die Implantate wurden wahlweise im Oberkiefer- oder Unterkieferseitenzahnbereich gesetzt. Am Abend lud das DZOI ein zu einem gemeinsamen Abendessen. Die angenehm lockere Atmosphäre und der kollegiale Umgang ließen den Abend in guter Erinnerung bleiben. Alle konnten sich untereinander austauschen und dies auch über Themen fern der Zahnmedizin.

Hygienemaßnahmen bei implantatchirugischen Eingriffen: Dieses wichtige Thema war der Einstieg in den Donnerstagmorgen. Des Weiteren gab es einen Exkurs in die Laseranwendung. Den Rest des Tages verbrachten wir mit radiologischen Planungen und weiteren Übungen zum E-Learning. Immer wieder kam das Thema „Flapless Surgery“ auf, welches nahezu elektrisierend wirkte. Mit dieser faszinierenden Technik ist es möglich, minimalinvasiv ohne Lappenbildung und ohne Periostschlitzung absolut präzise zu implantieren. Im Zusammenspiel mit einer dreidimensionalen Planung sind dadurch optimale Ergebnisse zu erzielen.

Natürlich wurde auch die Zahntechnik nicht vergessen. Ablauf, Planung und Umsetzung der zahntechnischen Arbeit wurden genauestens erläutert und konnten anschließend diskutiert werden.

Freitagnachmittag ging es wieder in den Phantomkurssaal. An Oberkieferphantomen konnten folgende OPs durchgeführt werden: direkter und indirekter Sinuslift, Sinuslift mit der SALSA-Technik (Subantroskopisch Laterobasale Sinusboden Augmentati-on), Bonespreading und simultane Implantation, Augmentation mit Titanmesh und Umkehrplastiken. Auch verschiedene Nahttechniken wurden evaluiert.

Am Samstag konnte das bisher gelernte ganz praktisch begutachtet werden. In einer Live-OP wurde Quadranten versorgt. Besondern interessant zu sehen war die „Schlüsselloch-Technik“ im ersten 1. Quadranten, wo so ein Sinuslift durchgeführt wurde. Am Nachmittag stand ein schriftlicher Test an, um den Lernstoff der Woche zu rekapitulieren und den Wissenstand zu überprüfen.

Am letzten Tag wurde noch einmal auf die Problematik einer Implantation im parodontal geschädigten Gebiss eingegangen. Abgerundet wurde die Woche mit dem Thema Weichgewebsmanagement und weiteren Verfahren zur Augmentation.

Eine ereignisreiche Woche ging zu Ende. Viel Input und wahnsinnig viele interessante Diskussionen über wissenschaftliche und praxisrelevante Themen. Die vielen verschiedenen Dozenten ermöglichten einem, das gesamte Spektrum der Implantologie aus allen Blickwinkeln zu betrachten. Besonders Prof. Dr. Engelke und sein Göttinger Team sorgten dafür, dass schnell eine familiäre Atmosphäre entstand. Ich denke ich spreche im Namen aller Teilnehmer, wenn ich sage: „Diese Veranstaltung hat sich nicht nur gelohnt, sondern jeder der nicht teilnimmt hat etwas verpasst, und macht einen Fehler.“ Das Konzept der DZOI geht voll auf. Der Blockunterricht bereitet den Einsteiger optimal auf die kommenden Aufgaben in der Implantologie vor. Aber auch für erfahrene Implantologen ist das Curriculum zu empfehlen. Die Dozenten sorgen dafür, dass man – wissenschaftlich auf dem neuesten Stand – wieder die Heimreise antritt. Und zu Hause angekommen, wird durch intensives dezentrales Chairside-Teaching gut gewährleistet, dass man sich auf dem Gebiet der Implantologie sicher bewegt.

Der Dank gilt allen Dozenten, Prof. Engelke und dem gesamten Göttinger Team sowie allen die im Hintergrund die Fäden gespannt haben und uns zu vorzüglich ver-pflegt haben.

Das 12. Curriculum Implantologie des DZOI findet statt vom 27. September bis 03. Oktober 2010 an der Universität Göttingen.